{"id":21063,"date":"2025-10-22T10:49:04","date_gmt":"2025-10-22T08:49:04","guid":{"rendered":"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/?p=21063"},"modified":"2025-10-22T10:49:07","modified_gmt":"2025-10-22T08:49:07","slug":"eu-plant-verbot-von-veganen-produktbezeichnungen-auswirkungen-auf-die-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/en\/eu-plant-verbot-von-veganen-produktbezeichnungen-auswirkungen-auf-die-schweiz\/","title":{"rendered":"EU plant Verbot von veganen Produktbezeichnungen: Auswirkungen auf die Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Das EU-Parlament hat k\u00fcrzlich beschlossen, dass vegetarische und vegane Ersatzprodukte wie \u00abVeggie-Burger\u00bb, \u00abSoja-Schnitzel\u00bb oder \u00abTofu-Wurst\u00bb nicht mehr mit solchen Bezeichnungen vermarktet werden d\u00fcrfen. Diese Initiative k\u00f6nnte in naher Zukunft auch Auswirkungen auf die <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/en\/die-sichersten-laender-in-krisenzeiten-schweiz-auf-platz-1\/\">Schweiz<\/a> haben, insbesondere wenn ein neues EU-Vertragspaket zustande kommt, das auch die Lebensmittelsicherheit betrifft.<\/p>\n<h2>Der beschlossene EU-Entwurf<\/h2>\n<p>Die Entscheidung des EU-Parlaments ist noch nicht endg\u00fcltig, da das Verbot erst in Kraft tritt, wenn eine Mehrheit der Mitgliedsstaaten zustimmt. Bef\u00fcrworter des Verbots argumentieren, dass die Verwendung solcher Begriffe die Konsumenten verwirren k\u00f6nnte. Die Idee, dass ein Schnitzel oder eine Wurst ohne Fleisch trotzdem unter diesen Namen verkauft werden k\u00f6nnen, wird als irref\u00fchrend angesehen. Dies wirft die Frage auf, ob ein solches Verbot auch in der Schweiz gelten k\u00f6nnte.<\/p>\n<h2>Ein m\u00f6gliches Verbot in der Schweiz<\/h2>\n<p>Wenn das Verbot in der EU Realit\u00e4t wird, k\u00f6nnte es auch f\u00fcr die Schweiz von Bedeutung sein. Das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen (BLV) erkl\u00e4rte, dass ein solches Verbot auch in der Schweiz gelten w\u00fcrde, sofern die Schweiz im gemischten Ausschuss des neuen EU-Vertragspakets zustimmt. Weigert sich die Schweiz, eine solche Regelung zu \u00fcbernehmen, k\u00f6nnte die EU mit \u00abAusgleichsmassnahmen\u00bb reagieren, um Ungleichgewichte im Binnenmarkt zu vermeiden.<\/p>\n<h2>Aktuelle Bezeichnungsvorschriften in der Schweiz<\/h2>\n<p>In der Schweiz gelten bereits spezielle Regelungen zur Produktbezeichnung. So d\u00fcrfen Begriffe wie \u00abMilch\u00bb, \u00abK\u00e4se\u00bb oder \u00abFleisch\u00bb nicht f\u00fcr pflanzliche Produkte verwendet werden. Beispielsweise sind Bezeichnungen wie \u00abHafermilch\u00bb oder \u00abveganer K\u00e4se\u00bb nicht zul\u00e4ssig. Pflanzliche Alternativen zur Kuhmilch werden stattdessen als \u00abHaferdrink\u00bb, \u00abReisdrink\u00bb oder \u00abSojadrink\u00bb beworben.<\/p>\n<p>Das Bundesgericht entschied k\u00fcrzlich, dass die Bezeichnung \u00abplanted.chicken\u00bb nicht erlaubt ist. Ersatzprodukte d\u00fcrfen nicht nach spezifischen Tierarten benannt werden, was die M\u00f6glichkeit einschr\u00e4nkt, dass Konsumenten in die Irre gef\u00fchrt werden. Zugelassene Begriffe wie \u00abSojaschnitzel\u00bb oder \u00abSellerie-Grillsteak\u00bb werden hingegen weiterhin akzeptiert, da sie allgemein verst\u00e4ndlich sind.<\/p>\n<h2>Politische Reaktionen und Meinungen<\/h2>\n<p>In der politischen Diskussion zeigen sich unterschiedliche Ansichten zum m\u00f6glichen Verbot. <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/en\/wenn-demokratieschutz-zur-zensur-wird-die-neue-lust-am-abschalten\/\">Meret Schneider<\/a>, die gr\u00fcne Nationalr\u00e4tin, bezeichnet das Verbot als Erfolg der Lobbyarbeit der Fleischindustrie. Sie kritisiert die Annahme, dass Verbraucher aus Versehen vegane Produkte kaufen k\u00f6nnten, und sieht es als Versuch, der pflanzlichen Proteinproduktion Steine in den Weg zu legen.<\/p>\n<p>Philipp Matthias Bregy, Parteichef der Mitte, ist der Meinung, dass die Schweiz im Hinblick auf die Regulierung solcher Bezeichnungen aufgrund der \u201efehlenden Wichtigkeit\u201c des Themas Raum f\u00fcr eigene Entscheidungen haben k\u00f6nnte. Er \u00e4ussert, dass ein Verbot auf europ\u00e4ischer Ebene keinen Mehrwert f\u00fcr die Schweiz h\u00e4tte und darum als \u201esinnlos\u201c erachtet wird.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu weist Thomas Aeschi, der SVP-Fraktionschef, darauf hin, dass die Schweiz in der Frage des EU-Vertragspakets keine Ausnahmen erwarten k\u00f6nne. Er warnt davor, dass die Schweiz unter Druck stehen k\u00f6nnte, EU-Recht zu \u00fcbernehmen, und betont, dass es um die Souver\u00e4nit\u00e4t der Schweiz gehe: \u00abEs kann nicht sein, dass die EU uns vorschreibt\u2026\u00bb<\/p>\n<h2>Fazit: Ungewisse Zukunft f\u00fcr vegane Produktbezeichnungen<\/h2>\n<p>Das wahrscheinliche Verbot von Bezeichnungen wie \u00abVeggie-Burger\u00bb in der EU k\u00f6nnte weitreichende Konsequenzen f\u00fcr die Schweiz haben, insbesondere im Kontext der neuen EU-Vertragspakete. W\u00e4hrend sich einige Politiker f\u00fcr die Beibehaltung eigener Regeln starkmachen, gibt es Bedenken, dass die \u00dcbernahme von EU-Recht unvermeidlich sei. Die Auseinandersetzung \u00fcber die Benennung von pflanzlichen Lebensmitteln zeigt, wie komplex die Beziehung zwischen der Schweiz und der EU in Bezug auf Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz ist. Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Str\u00f6mungen in der Schweiz auf die Entwicklungen in der EU reagieren werden und welche langfristigen Entscheidungen getroffen werden, um die Interessen der Verbraucher und der Produzenten im Land zu wahren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das EU-Parlament hat k\u00fcrzlich beschlossen, dass vegetarische und vegane Ersatzprodukte wie \u00abVeggie-Burger\u00bb, \u00abSoja-Schnitzel\u00bb oder \u00abTofu-Wurst\u00bb nicht mehr mit solchen Bezeichnungen vermarktet werden d\u00fcrfen. 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