{"id":17656,"date":"2024-11-14T10:29:15","date_gmt":"2024-11-14T09:29:15","guid":{"rendered":"https:\/\/lu6t40bsjvo.preview.infomaniak.website\/?p=17656"},"modified":"2024-11-14T10:29:22","modified_gmt":"2024-11-14T09:29:22","slug":"igel-in-der-schweiz-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/fr\/igel-in-der-schweiz-bedroht\/","title":{"rendered":"Igel in der Schweiz bedroht."},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Igel in der <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/fr\/die-sichersten-laender-in-krisenzeiten-schweiz-auf-platz-1\/\">Schweiz<\/a> \u2013 Bedrohung und Schutzmassnahmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Igel, eines der bekanntesten Wildtiere der Schweiz, steht in Europa seit Jahrtausenden im Zentrum der Aufmerksamkeit. Mit seinem stacheligen \u00c4usseren und seinem Verhalten hat er sich als ein Symbol f\u00fcr Unabh\u00e4ngigkeit und Anpassungsf\u00e4higkeit etabliert. Doch trotz seiner Anpassungsf\u00e4higkeit sehen sich Igel in der Schweiz mittlerweile einem drastischen R\u00fcckgang gegen\u00fcber, was dazu gef\u00fchrt hat, dass der Igel auf die Rote Liste der bedrohten Tierarten aufgenommen wurde. Die Ursachen sind vielf\u00e4ltig, doch ein gemeinsamer Nenner ist dabei offensichtlich: der Verlust von Lebensraum und die zunehmende Fragmentierung seiner Umwelt. In diesem Beitrag wird untersucht, warum der Igel in der Schweiz bedroht ist, welche Faktoren seinen Lebensraum beeinflussen und wie Privatpersonen zum Schutz des Igels beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Biologie des Igels und sein Lebensraum<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Europ\u00e4ische Igel (Erinaceus europaeus) ist eine nachtaktive Spezies, die sich haupts\u00e4chlich von <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/fr\/hornissen-missverstandene-insekten-im-dienste-der-natur\/\">Insekten<\/a>, W\u00fcrmern und anderen kleinen Wirbellosen ern\u00e4hrt. Igel leben bevorzugt in abwechslungsreichen Lebensr\u00e4umen mit einem hohen Anteil an Unterholz, Hecken und Wiesen, die ausreichend Nahrung und Schutz bieten. In urbanen und suburbanen Gebieten haben sich Igel aufgrund des Nahrungsangebots und der relativen Sicherheit vor nat\u00fcrlichen Feinden zunehmend angesiedelt. Die urbanen Gr\u00fcnfl\u00e4chen wie G\u00e4rten, Parks und Friedh\u00f6fe bieten ideale Bedingungen f\u00fcr ihre Nahrungssuche und Nestbauaktivit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der nat\u00fcrliche Lebensraum des Igels wird jedoch zunehmend durch menschliche Eingriffe eingeschr\u00e4nkt und fragmentiert. Strassen, landwirtschaftlich intensiv genutzte Fl\u00e4chen und Industriegebiete zerschneiden die nat\u00fcrlichen Bewegungsr\u00e4ume der Igel. Die Siedlungsdichte w\u00e4chst, was oft dazu f\u00fchrt, dass nat\u00fcrliche Hecken, Str\u00e4ucher und Bodendecker entfernt und durch versiegelte Fl\u00e4chen oder intensive Gartenpflege ersetzt werden. Da Igel nachtaktive Tiere sind, haben sie eine stark ausgepr\u00e4gte r\u00e4umliche Orientierung und sind auf zusammenh\u00e4ngende Lebensr\u00e4ume angewiesen, um ihre Nahrungs- und Paarungspartner zu finden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bedrohung durch den Verlust des Lebensraums<\/h3>\n\n\n\n<p>Die wichtigste Ursache f\u00fcr den R\u00fcckgang der Igelpopulationen in der Schweiz ist der Verlust und die Zerst\u00f6rung ihres Lebensraums. Im Verlauf der letzten Jahrzehnte ist der Fl\u00e4chenverbrauch in urbanen und l\u00e4ndlichen Regionen massiv angestiegen. Naturfl\u00e4chen weichen zunehmend der Landwirtschaft, Bauprojekten oder Gewerbefl\u00e4chen. Auch der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat zur Verdr\u00e4ngung des Igels beigetragen: Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden reduzieren die Vielfalt an Insekten, die eine wichtige Nahrungsquelle f\u00fcr Igel darstellen. Der R\u00fcckgang der Insektenpopulation f\u00fchrt somit indirekt auch zur Bedrohung des Igels.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt die Fragmentierung des Lebensraums. Strassen und Schienenwege durchschneiden ehemals zusammenh\u00e4ngende Lebensr\u00e4ume und stellen f\u00fcr die Igel eine grosse Gefahr dar. Viele Igel werden \u00fcberfahren, da sie nachts Strassen \u00fcberqueren, um nach Nahrung zu suchen oder sich einen neuen Lebensraum zu erschliessen. Im urbanen Raum f\u00fchren Z\u00e4une, Mauern und versiegelte Fl\u00e4chen zus\u00e4tzlich zu einer Einschr\u00e4nkung ihrer Bewegungsfreiheit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weitere Gefahren f\u00fcr den Igel<\/h3>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich zum Lebensraumverlust und zur Fragmentierung sind Igel weiteren Gefahren ausgesetzt, die ihren Bestand gef\u00e4hrden. Dazu z\u00e4hlen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Pestizide und chemische Stoffe<\/strong>: Der Einsatz von Insektiziden und anderen chemischen Mitteln in der Landwirtschaft und Gartenpflege f\u00fchrt zu einem R\u00fcckgang der Nahrungsbasis des Igels. Zudem k\u00f6nnen Igel durch den Verzehr vergifteter Insekten indirekt chemische Stoffe aufnehmen, was ihre <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/fr\/15-tipps-fuer-ein-vitales-leben-durch-gesunde-ernaehrung\/\">Gesundheit<\/a> beeintr\u00e4chtigt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Krankheiten und Parasiten<\/strong>: Der Lebensraumverlust f\u00fchrt dazu, dass Igelpopulationen dichter zusammenr\u00fccken, was die Ausbreitung von Krankheiten und Parasiten beg\u00fcnstigt. Krankheiten wie das Wobbly-Hedgehog-Syndrom und die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Parasiten wie Zecken und Fl\u00f6he k\u00f6nnen die Population schw\u00e4chen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Hausg\u00e4rten und Freizeitg\u00e4rten<\/strong>: Auch im privaten Bereich k\u00f6nnen sich potenzielle Gefahren f\u00fcr den Igel verstecken. Gartenger\u00e4te wie Rasenm\u00e4her und Freischneider k\u00f6nnen f\u00fcr Igel t\u00f6dlich sein. Laubhaufen, die von Igeln gerne als Unterschlupf genutzt werden, werden oft versehentlich ger\u00e4umt oder verbrannt, wodurch Igel verletzt oder get\u00f6tet werden.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Massnahmen zum Schutz des Igels<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gibt zahlreiche M\u00f6glichkeiten, wie Privatpersonen dazu beitragen k\u00f6nnen, den Lebensraum des Igels zu sch\u00fctzen und seine Lebensbedingungen zu verbessern. Viele dieser Massnahmen lassen sich einfach im eigenen Garten oder auf privaten Gr\u00fcnfl\u00e4chen umsetzen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Naturnahe Gartengestaltung<\/strong>: Ein igelfreundlicher Garten ist abwechslungsreich gestaltet und bietet Verstecke und Nahrungsquellen. Der Verzicht auf chemische Pestizide und die F\u00f6rderung einer vielf\u00e4ltigen Pflanzenwelt sorgen f\u00fcr ein \u00f6kologisches Gleichgewicht und eine reiche Insektenfauna. Durch das Pflanzen von Hecken und das Anlegen von Laub- oder Reisighaufen schaffen Gartenbesitzer sichere R\u00fcckzugsorte f\u00fcr Igel.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Schutz von Laubhaufen<\/strong>: In Laub- und Reisighaufen finden Igel sowohl Unterschlupf als auch Baumaterial f\u00fcr ihre Nester. Diese sollten nicht ohne Vorwarnung entfernt oder verbrannt werden, da sich Igel in ihnen verstecken k\u00f6nnten. Eine einfache Massnahme ist es, Laubhaufen im Herbst an einer ruhigen Stelle im Garten anzulegen und erst im Fr\u00fchling zu entfernen, wenn die Igel den Unterschlupf verlassen haben.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Verkehrsberuhigung und Strassenquerungen<\/strong>: An Orten, an denen Igel h\u00e4ufig Strassen \u00fcberqueren, k\u00f6nnten Z\u00e4une, Tunnel oder Verkehrsberuhigungsmassnahmen helfen, die Tiere vor Verkehrsunf\u00e4llen zu sch\u00fctzen. Die Installation von Wildtunneln unter Strassen k\u00f6nnte die Gefahr reduzieren, dass Igel beim \u00dcberqueren von Strassen \u00fcberfahren werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Freundliche Gartenbeleuchtung<\/strong>: Igel sind nachtaktiv, und zu starke Beleuchtung in den G\u00e4rten kann ihr Verhalten und ihre Orientierung beeintr\u00e4chtigen. Eine dezente, bewegungsgesteuerte Beleuchtung sorgt daf\u00fcr, dass die Nacht f\u00fcr Igel nicht zu einem Hindernis wird.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>F\u00fctterung und Wasserstellen<\/strong>: Besonders in heissen Sommermonaten kann das Aufstellen von flachen Wasserstellen im Garten hilfreich sein. Wenn zus\u00e4tzliche Nahrung angeboten wird, sollte dies nur sparsam und nur geeignetes Futter sein, wie Katzennassfutter oder spezielles Igelfutter.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ein- und Ausg\u00e4nge schaffen<\/strong>: Igel legen weite Strecken zur\u00fcck, um nach Nahrung und Unterschlupf zu suchen. In umz\u00e4unten G\u00e4rten k\u00f6nnen kleine Durchg\u00e4nge geschaffen werden, die es Igeln erm\u00f6glichen, ungehindert zu wandern. Ein kleines Loch von etwa 13 cm im Durchmesser reicht aus, um den Garten f\u00fcr Igel zug\u00e4nglich zu machen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Rolle von Gemeinden und \u00f6ffentlichen Institutionen<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben den Massnahmen, die Privatpersonen ergreifen k\u00f6nnen, spielt auch die \u00f6ffentliche Hand eine wichtige Rolle im Schutz des Igels. Gemeinden k\u00f6nnen durch die F\u00f6rderung naturnaher Gr\u00fcnfl\u00e4chen, das Anlegen von Wildtierkorridoren und den Verzicht auf chemische Pestizide zur Verbesserung der Lebensbedingungen f\u00fcr Igel beitragen. Auch die Einrichtung von Schutzgebieten und das Anlegen von Hecken und Geh\u00f6lzstreifen in Parks und Friedh\u00f6fen helfen dabei, den Igeln ein sicheres und \u00f6kologisch ausgewogenes Umfeld zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Bildungsprogramme zur Sensibilisierung der Bev\u00f6lkerung k\u00f6nnen ebenfalls helfen, das Bewusstsein f\u00fcr die Situation der Igel zu sch\u00e4rfen. Vor allem Schulen k\u00f6nnten <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/fr\/halloween-nacht-in-meilen-gewalt-und-unsicherheit-unter-jugendlichen\/\">Kinder<\/a> und Jugendliche in den Naturschutz miteinbeziehen und Projekte zur Pflege von Gr\u00fcnfl\u00e4chen oder zur Schaffung von Lebensr\u00e4umen f\u00fcr Igel f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Ein gemeinsames Engagement f\u00fcr den Schutz des Igels<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Igel steht in der Schweiz vor ernsthaften Herausforderungen, und seine Zukunft h\u00e4ngt massgeblich davon ab, wie schnell und umfassend Massnahmen ergriffen werden, um seinen Lebensraum zu sch\u00fctzen. Der Verlust von Lebensr\u00e4umen, die Fragmentierung durch Strassen und Bebauung sowie der R\u00fcckgang von Nahrungsquellen stellen ernsthafte Bedrohungen dar, die es zu bew\u00e4ltigen gilt. Der Igel ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil des \u00d6kosystems, sondern auch ein Indikator f\u00fcr die Gesundheit unserer nat\u00fcrlichen Umwelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gemeinsames Engagement von Privatpersonen, Gemeinden und Institutionen kann dazu beitragen, dem Igel in der Schweiz wieder mehr Lebensraum und Schutz zu bieten. Ein naturnah gestalteter Garten, eine durchdachte Verkehrsplanung und der Verzicht auf sch\u00e4dliche Pestizide sind erste Schritte in die richtige Richtung. Der Schutz des Igels ist nicht nur eine Frage des Artenschutzes, sondern auch eine Gelegenheit, unsere Umwelt bewusster und nachhaltiger zu gestalten. Einmal sensibilisiert, k\u00f6nnen wir alle dazu beitragen, dass der Igel nicht nur \u00fcberlebt, sondern auch in Zukunft eine wichtige Rolle im \u00f6kologischen Gef\u00fcge der Schweiz spielt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Igel in der Schweiz \u2013 Bedrohung und Schutzmassnahmen Der Igel, eines der bekanntesten Wildtiere der Schweiz, steht in Europa seit Jahrtausenden im Zentrum der Aufmerksamkeit. Mit seinem stacheligen \u00c4usseren und seinem Verhalten hat er sich als ein Symbol f\u00fcr Unabh\u00e4ngigkeit und Anpassungsf\u00e4higkeit etabliert. 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