{"id":20766,"date":"2025-10-16T16:53:10","date_gmt":"2025-10-16T14:53:10","guid":{"rendered":"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/?p=20766"},"modified":"2025-10-16T16:54:21","modified_gmt":"2025-10-16T14:54:21","slug":"ewigkeitschemikalien-auf-dem-matterhorn-eine-besorgniserregende-entdeckung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/fr\/ewigkeitschemikalien-auf-dem-matterhorn-eine-besorgniserregende-entdeckung\/","title":{"rendered":"Ewigkeitschemikalien auf dem Matterhorn: Eine besorgniserregende Entdeckung"},"content":{"rendered":"<p>In den letzten Jahren haben Ewigkeitschemikalien, auch bekannt als PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen), zunehmend Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Jetzt hat eine neue Studie gezeigt, dass diese Chemikalien sogar in hochalpinen Regionen wie dem Matterhorn und dem Jungfraujoch nachgewiesen wurden. Diese Entdeckung wirft Fragen zur Verbreitung dieser Stoffe und deren Einfluss auf die Umwelt auf.<\/p>\n<h2>Die Studie: Umfang und Ergebnisse<\/h2>\n<p>Im Auftrag des B\u00fcndner Bekleidungsbrands Rotauf wurde eine umfassende Analyse zur Verbreitung von PFAS in hochalpinen Gebieten durchgef\u00fchrt. Unter anderem wurden Proben vom Matterhorn, Jungfraujoch, Morteratschgletscher und Oeschinensee gesammelt. Zus\u00e4tzlich wurden Bodenanalysen in den <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/fr\/die-guenstigsten-skigebiete-europas-ein-ueberblick-fuer-wintersportler\/\">Skigebieten<\/a> Arosa und Flumserberg sowie an weiteren Standorten vorgenommen.<\/p>\n<ul>\n<li>Alle getesteten Wasserproben wiesen PFAS auf.<\/li>\n<li>Die h\u00f6chsten Konzentrationen wurden am Matterhorn und Jungfraujoch gemessen.<\/li>\n<li>Bei den Bodenproben fiel Arosa durch besonders hohe Werte auf.<\/li>\n<li>Sechs von acht Proben enthielten die Verbindung PFOS, die seit 14 Jahren verboten ist.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Grenzwerte und gesundheitliche Auswirkungen<\/h2>\n<p>Die gemessenen Werte f\u00fcr PFAS in den Wasserproben lagen jedoch alle unter den gesetzlichen Grenzwerten des Bundes. Die maximal gemessene Konzentration betrug 33,4 ng TEQ\/l, w\u00e4hrend die Grenzwerte f\u00fcr Gew\u00e4sser bei 200 ng TEQ\/l f\u00fcr Sanierungsbedarf und bei 50 ng TEQ\/l f\u00fcr \u00dcberwachungsbedarf liegen. Auch die Bodenanalysen \u00fcberschritten keine Grenzwerte. Trotz dieser Tatsache sind Experten besorgt \u00fcber die Ergebnisse.<\/p>\n<h2>Die Sicht der Experten<\/h2>\n<p>Basilius Thalmann von der ZHAW, einem Experten f\u00fcr PFAS, \u00e4ussert Bedenken \u00fcber die Funde, auch wenn die gesetzlichen Grenzwerte nicht \u00fcberschritten wurden. Er betont, dass die Entdeckung von PFAS in hochalpinen und abgelegenen Gebieten eine Best\u00e4tigung daf\u00fcr sei, dass diese Chemikalien weit verbreitet sind.<\/p>\n<p>Thalmann erkl\u00e4rt, dass PFAS \u00fcber verschiedene Wege in diese Gebiete gelangen k\u00f6nnten, unter anderem durch die Atmosph\u00e4re und Niederschlag. Er warnt, dass bei gleichbleibender Nutzung die gefundenen Konzentrationen in Zukunft steigen k\u00f6nnten.<\/p>\n<h2>Der Einfluss der Outdoor-Industrie<\/h2>\n<p>Die Outdoor-Industrie hat einen grossen Anteil an der Nutzung von PFAS. Laut Rotauf werden diese Chemikalien seit Jahrzehnten in Produkten wie Jacken, Hosen, Rucks\u00e4cken und auch in Skiwachs eingesetzt. Remo Frei, Mitgr\u00fcnder von Rotauf, ist der \u00dcberzeugung, dass PFAS zur Verschmutzung der Berge beitragen. Trotz der bedenklichen Situation hat Rotauf bereits seit 2013 PFAS-freie Kleidung im Angebot und fordert eine Reduktion des Einsatzes solcher Chemikalien.<\/p>\n<h2>Technologische Ans\u00e4tze zur Reduzierung<\/h2>\n<p>Trotz der problematischen Pr\u00e4senz von PFAS gibt es in der Wissenschaft vielversprechende Ans\u00e4tze zur Reduzierung der Belastung. Ein Forschungsteam der University of Adelaide hat ein Material entwickelt, das durch <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/fr\/innovative-speicherung-von-sonnenwaerme-durch-gekruemmte-molekuele\/\">Sonnenlicht<\/a> aktiviert wird und PFAS im <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/fr\/ein-vergleich-des-co2-fussabdrucks-von-mineralwasser-und-leitungswasser\/\">Wasser<\/a> abbauen kann. Diese Technologie befindet sich jedoch noch in der Entwicklungsphase und wird voraussichtlich einige Zeit ben\u00f6tigen, bevor sie in grossem Massstab angewendet werden kann.<\/p>\n<h2>Fazit: Ein Thema von wachsender Bedeutung<\/h2>\n<p>Die Entdeckung von PFAS auf dem Matterhorn und in anderen hochalpinen Regionen ist ein alarmierendes Zeichen f\u00fcr die Verbreitung dieser Ewigkeitschemikalien. Auch wenn die gemessenen Werte unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen, sind die Ergebnisse dennoch bedenklich. Die Outdoor-Industrie muss sich ihrer Verantwortung bewusst werden, und die Entwicklung neuer Technologien zur Reduzierung von PFAS ist unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p>Um die Auswirkungen dieser Chemikalien besser zu verstehen, sind umfassende Studien notwendig. Die geplante Langzeitstudie zur PFAS- und Pestizidbelastung wurde aus Kostengr\u00fcnden abgelehnt, was die Dringlichkeit des Themas weiter verst\u00e4rkt. Es bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse aus dieser aktuellen Studie zu einem Umdenken in der Industrie und zu einer st\u00e4rkeren Regulierung von PFAS f\u00fchren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Jahren haben Ewigkeitschemikalien, auch bekannt als PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen), zunehmend Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Jetzt hat eine neue Studie gezeigt, dass diese Chemikalien sogar in hochalpinen Regionen wie dem Matterhorn und dem Jungfraujoch nachgewiesen wurden. Diese Entdeckung wirft Fragen zur Verbreitung dieser Stoffe und deren Einfluss auf die Umwelt auf. 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