{"id":23079,"date":"2025-11-16T12:32:00","date_gmt":"2025-11-16T11:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/?p=23079"},"modified":"2025-11-15T19:34:21","modified_gmt":"2025-11-15T18:34:21","slug":"who-studie-suchtverhalten-bei-jugendlichen-durch-digitale-medien-auf-dem-vormarsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/fr\/who-studie-suchtverhalten-bei-jugendlichen-durch-digitale-medien-auf-dem-vormarsch\/","title":{"rendered":"WHO-Studie: Suchtverhalten bei Jugendlichen durch digitale Medien auf dem Vormarsch"},"content":{"rendered":"<p>Die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeichnen ein besorgniserregendes Bild: Jeder zehnte Jugendliche in Europa zeigt Anzeichen von Suchtverhalten, das jedoch nicht mit Drogen, sondern mit der Nutzung von sozialen Medien und Computerspielen in Verbindung steht. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur digitalen Gesundheit und zur Medienkompetenz der jungen Generation auf.<\/p>\n<h2>Studie der WHO: Ergebnisse und Erkenntnisse<\/h2>\n<p>In dem Bericht mit dem Titel <a class=\"le-link red\" href=\"https:\/\/www.who.int\/europe\/de\/news\/item\/25-09-2024-teens--screens-and-mental-health\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#171;Jugendliche, Bildschirme und psychische Gesundheit&#187; <\/a> wurden 280.000 schulpflichtige Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren aus 44 L\u00e4ndern zu ihrem Nutzungsverhalten befragt. Die Resultate zeigen, dass problematische Nutzungsmuster zunehmen, was alarmierend ist.<\/p>\n<p>Die WHO definiert problematische Verwendung digitaler Medien anhand bestimmter Symptome, die s\u00fcchtigen Verhaltensweisen \u00e4hneln, wie etwa die Unf\u00e4higkeit, das eigene Nutzungsverhalten zu kontrollieren, Entzugserscheinungen sowie die Vernachl\u00e4ssigung anderer Aktivit\u00e4ten. Die Folgen sind im Alltagsleben sp\u00fcrbar und k\u00f6nnen gravierende psychische Probleme zur Folge haben.<\/p>\n<h2>Anstieg des s\u00fcchtigen Nutzerverhaltens<\/h2>\n<p>Laut den WHO-Daten hat sich der Anteil der Jugendlichen mit Anzeichen s\u00fcchtigen Verhaltens von 7 Prozent im Jahr 2018 auf 11 Prozent im Jahr 2022 erh\u00f6ht. Besonders betroffen scheinen M\u00e4dchen zu sein: 13 Prozent von ihnen zeigen problematische Nutzungsmuster, w\u00e4hrend bei den Jungen dieser Anteil bei 9 Prozent liegt. Zudem leiden 12 Prozent der Jugendlichen an problematischem Spielverhalten, wobei hier Jungen h\u00e4ufiger betroffen sind als M\u00e4dchen.<\/p>\n<h2>Positive und negative Aspekte der sozialen Medien<\/h2>\n<p>Die WHO erkennt an, dass soziale Medien sowohl Vorteile als auch Nachteile f\u00fcr die psychische Gesundheit von Jugendlichen haben k\u00f6nnen. Dr. Hans Henri P. Kluge, der WHO-Regionaldirektor f\u00fcr Europa, hebt hervor, dass soziale Medien einerseits das Gef\u00fchl der Unterst\u00fctzung und die Verbindung zu Gleichaltrigen st\u00e4rken k\u00f6nnen. Andererseits ist die Dunkelziffer von Problemen, die durch \u00fcberm\u00e4ssige Nutzung entstehen, alarmierend.<\/p>\n<p>Fr\u00fchere Untersuchungen belegen, dass Benutzer von sozialen Medien, die problematische Nutzungsmuster aufweisen, oft ein geringeres seelisches und soziales Wohlbefinden berichten. Schlafmangel und eine Verschlechterung der schulischen Leistungen sind ernste Folgen, die sich aus dieser Situation ergeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Problematik des Spielverhaltens<\/h2>\n<p>Ein weiteres Augenmerk der Studie liegt auf dem Spielverhalten. Ein Drittel der befragten Jugendlichen spielt t\u00e4glich Videospiele, wobei 22 Prozent an Spieltagen mindestens vier Stunden spielen. Besonders problematisch ist das Spielverhalten m\u00e4nnlicher Jugendlicher, die nicht nur h\u00e4ufigerer Spieler sind, sondern auch eher dazu neigen, problematische Gewohnheiten zu entwickeln.<\/p>\n<p>Eine fr\u00fchere Studie zeigt, dass problematisches Spielverhalten mit einer geringeren Lebenszufriedenheit und h\u00e4ufigeren psychischen Beschwerden in Verbindung steht. Dr. Claudia Marino von der Universit\u00e4t Padua betont die Notwendigkeit gezielter Interventionen, um geschlechtsspezifische Motivationen und Risikofaktoren im Spielverhalten zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h2>Rolle der Erwachsenen und der Bildung<\/h2>\n<p>Die WHO fordert die St\u00e4rkung der digitalen Kompetenz von Jugendlichen durch Schulen. Dr. Natasha Azzopardi-Muscat, Direktorin der Abteilung Gesundheitspolitik der WHO, betont, dass es entscheidend sei, Schutzmassnahmen zu ergreifen, damit Jugendliche sicher durch die digitale Welt navigieren und sich nicht von sozialen Medien beherrschen lassen. Schulen und Eltern spielen dabei eine Schl\u00fcsselrolle.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wird von Regierungen und Plattformen erwartet, dass sie strengere Altersbeschr\u00e4nkungen erlassen und durchsetzen. Diese Massnahmen sollen dazu beitragen, j\u00fcngere Nutzer besser zu sch\u00fctzen und Schulen dazu anregen, Programme zur F\u00f6rderung der digitalen Kompetenz zu implementieren.<\/p>\n<h2>Fazit: Ein Aufruf zur Handlung<\/h2>\n<p>Die Ergebnisse der WHO-Studie zeigen, dass Suchtverhalten durch digitale Medien ein ernstes Problem darstellt, das nicht ignoriert werden darf. Eltern, Lehrer, Regierungen und die Betreiber sozialer Medien sind gefordert, sich aktiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen und geeignete Massnahmen zu ergreifen. Nur so kann die Kluft zwischen dem Potenzial digitaler Medien und den damit verbundenen Risiken \u00fcberbr\u00fcckt werden, um eine gesunde Entwicklung der Jugendlichen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>Hinweis:<\/strong> Der Beitrag &#171;WHO-Bericht: Jeder zehnte Jugendliche in Europa abh\u00e4ngig von Social Media&#187; erschien zuerst bei unserem Partner SmartUp News.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeichnen ein besorgniserregendes Bild: Jeder zehnte Jugendliche in Europa zeigt Anzeichen von Suchtverhalten, das jedoch nicht mit Drogen, sondern mit der Nutzung von sozialen Medien und Computerspielen in Verbindung steht. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur digitalen Gesundheit und zur Medienkompetenz der jungen Generation auf. 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