{"id":23065,"date":"2025-11-17T18:40:24","date_gmt":"2025-11-17T17:40:24","guid":{"rendered":"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/?p=23065"},"modified":"2025-11-16T18:41:35","modified_gmt":"2025-11-16T17:41:35","slug":"das-comeback-von-vine-divine-als-nostalgische-und-ki-freie-plattform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/it\/das-comeback-von-vine-divine-als-nostalgische-und-ki-freie-plattform\/","title":{"rendered":"Das Comeback von Vine: Divine als nostalgische und KI-freie Plattform"},"content":{"rendered":"<p>Vine, die einstige Pionier-App f\u00fcr kurze, loopende Videos, feiert ein unerwartetes Comeback. Fast ein Jahrzehnt nach ihrer Einstellung im Jahr 2017 kehrt die Plattform in Form der neuen App Divine zur\u00fcck. Finanziert durch Jack Dorsey, den Mitbegr\u00fcnder von Twitter (heute X), zielt Divine darauf ab, eine Gegenbewegung zu den algorithmusgesteuerten und KI-dominierten Sozialen Medien von heute zu schaffen. Mit \u00fcber 100&#8217;000 restaurierten Videos aus dem alten Vine-Archiv verspricht die App Authentizit\u00e4t und Nutzerkontrolle. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergr\u00fcnde, die Motivationen und die potenziellen Auswirkungen dieses Revivals.<\/p>\n<h2>Die Geschichte von Vine: Von der Innovation zum Aus<\/h2>\n<p>Vine wurde 2012 von Twitter \u00fcbernommen und entwickelte sich schnell zu einer Kultplattform. Die App erm\u00f6glichte es Nutzern, sechssek\u00fcndige Videos hochzuladen, die in einer Endlosschleife abgespielt wurden. Diese Beschr\u00e4nkung auf K\u00fcrze f\u00f6rderte Kreativit\u00e4t und Humor, und Vine wurde zum Geburtsort unz\u00e4hliger Memes und Internet-Stars. Bekannte Creator wie Zach King oder Logan Paul starteten ihre Karrieren hier. Doch mit dem Aufstieg von Konkurrenz wie Snapchat und vor allem TikTok verlor Vine an Relevanz. Im Januar 2017 stellte Twitter die App ein, was zu einem Aufschrei in der Community f\u00fchrte. Viele Videos gingen verloren, bis auf Archive, die Fans selbst pflegten.<\/p>\n<p>Laut aktuellen Berichten aus Quellen wie TechCrunch und Engadget wurde Vine als Vorl\u00e4ufer von TikTok gesehen, doch es mangelte an Innovationen. Jack Dorsey, der damals als CEO von Twitter zur\u00fcckkehrte, entschied sich f\u00fcr die Schliessung, da die Plattform directionless geworden war, wie er in einem Post auf X (ehemals Twitter) erkl\u00e4rte. Dorsey bedauerte sp\u00e4ter, dass Vine nicht weiterentwickelt wurde, und sah in TikToks Erfolg einen Grund f\u00fcr den Niedergang.<\/p>\n<p>Die Einstellung von Vine markierte einen Wendepunkt in der Entwicklung Sozialer Medien. W\u00e4hrend Vine auf einfache, chronologische Feeds setzte, dominierten bald Algorithmen, die Inhalte basierend auf Nutzerdaten kuratieren. Dies f\u00fchrte zu personalisierten, aber oft manipulierenden Erlebnissen, die Sucht und Desinformation f\u00f6rdern k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Das Projekt Divine: Finanzierung und Vision<\/h2>\n<p>Divine ist das Ergebnis einer Initiative, die von Jack Dorseys Non-Profit-Organisation \u00aband Other Stuff\u00bb finanziert wird. Dorsey, der Twitter 2006 mitgr\u00fcndete und sp\u00e4ter Bluesky initiierte, setzt sich f\u00fcr dezentralisierte und nutzerzentrierte Technologien ein. In Posts auf X hat er wiederholt die Probleme propriet\u00e4rer Algorithmen kritisiert und pl\u00e4diert f\u00fcr Transparenz und Wahlm\u00f6glichkeiten. So schrieb er 2019, dass der Wert Sozialer Medien sich von Content-Hosting zu Empfehlungsalgorithmen verlagere, und forderte Alternativen.<\/p>\n<p>An der Spitze des Projekts steht Evan Henshaw-Plath, ein fr\u00fcherer Twitter-Mitarbeiter, der auch als Rabble bekannt ist. Henshaw-Plath, der an der Gr\u00fcndung von Odeo (dem Vorl\u00e4ufer von Twitter) beteiligt war, erz\u00e4hlte in einem Interview mit TechCrunch, dass die Idee nostalgisch motiviert sei. \u00abK\u00f6nnen wir etwas schaffen, das uns zur\u00fcckversetzt, in dem wir alte Dinge wiedersehen, aber auch eine \u00c4ra der Sozialen Medien erleben, in der man Kontrolle \u00fcber Algorithmen hatte oder einfach w\u00e4hlen konnte, wem man folgt?\u00bb, fragte er. Divine soll genau das bieten: Eine Plattform ohne generative KI-Inhalte, ohne Werbung und ohne manipulative Algorithmen.<\/p>\n<p>Basierend auf Berichten von Newsweek und Business Insider plant Divine, open-source zu sein, was Innovationen f\u00f6rdert und Transparenz gew\u00e4hrleistet. Nutzer k\u00f6nnen Profile erstellen, Videos hochladen und folgen, ohne dass ein Algorithmus den Feed diktiert. Stattdessen basiert alles auf chronologischen Feeds und echten Interaktionen. Dies steht im Kontrast zu Plattformen wie TikTok oder Instagram, die KI nutzen, um Inhalte zu personalisieren und Engagement zu maximieren.<\/p>\n<h2>Die Wiederherstellung des Archivs: \u00dcber 100&#8217;000 Videos<\/h2>\n<p>Ein zentraler Aspekt von Divine ist die Restaurierung alter Vine-Videos. Aus einem Backup vor der Schliessung von Vine wurden \u00fcber 100&#8217;000 Clips von etwa 60&#8217;000 Creatorn wiederhergestellt, wie Henshaw-Plath gegen\u00fcber TechCrunch angab. Urspr\u00fcnglich hatte Vine Millionen von Nutzern und Creatorn, doch das restaurierte Archiv umfasst eine signifikante Auswahl. Diese Videos sind nun in der App zug\u00e4nglich, was Fans erm\u00f6glicht, ikonische Momente wie den \u00abWhat are those?\u00bb-Clip oder kreative Stop-Motion-Arbeiten erneut zu erleben.<\/p>\n<p>Ehemalige Vine-Creator haben Optionen: Sie k\u00f6nnen eine Takedown-Anfrage stellen, um ihre Inhalte zu entfernen, oder durch Verifizierung alter Social-Media-Accounts Zugriff auf ihre Profile erhalten. Dies respektiert Urheberrechte und gibt Creatorn Kontrolle. Berichte von AfroTech und Fortune best\u00e4tigen, dass das Archiv aus einer \u00e4lteren Sicherung stammt, die vor der endg\u00fcltigen L\u00f6schung erstellt wurde.<\/p>\n<p>Die App ist seit dem 13. November 2025 verf\u00fcgbar, wie Posts auf Reddit und Artikel in Winfuture.de berichten. Sie zielt darauf ab, authentische, menschengemachte Inhalte zu f\u00f6rdern, ohne den \u00abKI-M\u00fcll\u00bb, den Henshaw-Plath kritisiert. In einer Zeit, in der generative KI wie ChatGPT oder DALL-E Inhalte \u00fcberschwemmt, positioniert sich Divine als Bollwerk f\u00fcr Echtheit.<\/p>\n<h2>Kritik an Modernen Plattformen und Elon Musks Pl\u00e4nen<\/h2>\n<p>Divine entsteht in einem Kontext zunehmender Kritik an KI in Sozialen Medien. Elon Musk, der X \u00fcbernahm, k\u00fcndigte im Juli 2025 an, Vine zur\u00fcckzubringen \u2013 aber in KI-Form. Diese Idee stiess auf Widerstand, da Nutzer Authentizit\u00e4t fordern. Dorsey kontrastiert dies in seinen Aussagen: Er sieht eine Nachfrage nach nicht-KI-basierten Erfahrungen. \u00abUnternehmen verwechseln Engagement mit Wunsch\u00bb, sagte er. Stattdessen pl\u00e4diert er f\u00fcr eine R\u00fcckkehr zur Web-2.0-\u00c4ra, mit Blogs, Podcasts und echten Gemeinschaften, ohne Algorithmen zu \u00fcberlisten.<\/p>\n<p>Posts auf X von Dorsey unterstreichen dies: Er diskutiert Algo-Transparenz und -Wahl als L\u00f6sung gegen Manipulation. In einem Post aus 2022 warnte er vor Algorithmen, die Ergebnisse manipulieren, und forderte Alternativen. Divine verk\u00f6rpert diese Vision, indem es Nutzern erm\u00f6glicht, ihren Feed selbst zu gestalten, ohne propriet\u00e4re Algorithmen.<\/p>\n<p>Experten wie Stephen Wolfram, den Dorsey zitiert, schlagen marktorientierte Ans\u00e4tze vor, bei denen Nutzer Algorithmen w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Divine geht weiter, indem es Algorithmen ganz vermeidet, und setzt auf Einfachheit. Dies k\u00f6nnte kleinere Teams erm\u00e4chtigen und neue Creator-Demografien anziehen, wie Dorsey in einem Post andeutet.<\/p>\n<h2>Potenzielle Herausforderungen und Auswirkungen<\/h2>\n<p>Trotz der Begeisterung gibt es Herausforderungen. Ohne Algorithmen k\u00f6nnte Divine Schwierigkeiten haben, Inhalte zu entdecken, was zu geringerem Engagement f\u00fchrt. Skeptiker, wie in einer Umfrage im Quellartikel angedeutet, bezweifeln, ob ein solches Modell in der heutigen Welt funktioniert. Zudem muss die Plattform Moderation ohne KI meistern, um Missbrauch zu verhindern.<\/p>\n<p>Auf der positiven Seite k\u00f6nnte Divine eine Nische f\u00fcr Nutzer bedienen, die von \u00dcberpersonalisierung m\u00fcde sind. Berichte von PC-Welt heben hervor, dass die App werbefrei ist und auf echten Nutzerinhalten basiert. In einer Zeit steigender Bedenken zu Datenschutz und KI-Ethik k\u00f6nnte Divine Vorreiter f\u00fcr eine neue Welle dezentralisierter Medien werden.<\/p>\n<p>Die Finanzierung durch Dorseys Organisation deutet auf langfristige Unterst\u00fctzung hin, ohne profitorientierte Zw\u00e4nge. Mit dem Fokus auf Open-Source k\u00f6nnte Divine Innovationen anregen, wie Dorsey in Posts \u00fcber schnellere Entwicklungen und faire Bezahlmodelle f\u00fcr Creator erw\u00e4hnt.<\/p>\n<h2>Fazit: Ein Schritt zur\u00fcck in die Zukunft?<\/h2>\n<p>Das Revival von Vine durch Divine ist mehr als Nostalgie \u2013 es ist ein Statement gegen die Dominanz von KI und Algorithmen in Sozialen Medien. Jack Dorsey und sein Team setzen auf Authentizit\u00e4t, Nutzerkontrolle und Einfachheit, um eine Alternative zu bieten. Ob Divine den Mainstream erobert, bleibt abzuwarten, doch es adressiert reale Bed\u00fcrfnisse in einer digitalen Welt, die zunehmend von Maschinen gesteuert wird. F\u00fcr Fans alter Vine-Videos und Kritiker moderner Plattformen k\u00f6nnte Divine ein willkommener Zufluchtsort sein. Mit \u00fcber 100&#8217;000 restaurierten Clips und der M\u00f6glichkeit, neue Inhalte zu schaffen, \u00f6ffnet sich ein Fenster in eine vergangene \u00c4ra, die vielleicht die Zukunft inspirieren kann.<\/p>\n<p>Basierend auf aktuellen Informationen aus Quellen wie TechCrunch, Engadget und Posts auf X, steht Divine am Anfang einer spannenden Reise. Es wird interessant zu beobachten, ob diese KI-freie Oase in der Social-Media-W\u00fcste Wurzeln schl\u00e4gt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vine, die einstige Pionier-App f\u00fcr kurze, loopende Videos, feiert ein unerwartetes Comeback. Fast ein Jahrzehnt nach ihrer Einstellung im Jahr 2017 kehrt die Plattform in Form der neuen App Divine zur\u00fcck. 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