{"id":23732,"date":"2025-11-17T08:54:00","date_gmt":"2025-11-17T07:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/?p=23732"},"modified":"2025-11-23T23:54:30","modified_gmt":"2025-11-23T22:54:30","slug":"schweiz-verstaerkt-vogelgrippe-schutz-landesweit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/it\/schweiz-verstaerkt-vogelgrippe-schutz-landesweit\/","title":{"rendered":"Schweiz verst\u00e4rkt Vogelgrippe-Schutz landesweit"},"content":{"rendered":"<p>Die Vogelgrippe breitet sich in Europa und der <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/it\/die-sichersten-laender-in-krisenzeiten-schweiz-auf-platz-1\/\">Schweiz<\/a> aus. Nach mehreren positiven Tests bei Wildv\u00f6geln hat das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen (BLV) schweizweite Pr\u00e4ventionsmassnahmen angeordnet. Diese treten am 25. November 2025 in Kraft und zielen darauf ab, Hausgefl\u00fcgel vor Infektionen zu sch\u00fctzen. Der Artikel beleuchtet die aktuelle Lage, die neuen Regeln und deren Auswirkungen.<\/p>\n<h2>Aktuelle F\u00e4lle in der Schweiz<\/h2>\n<p>Seit Anfang November 2025 wurden in der Schweiz mehrere Wildv\u00f6gel positiv auf das hochpathogene Vogelgrippevirus (HPAI) getestet. Besonders alarmierend ist der Nachweis am 21. November 2025 im Stadtweiher von Wil im Kanton St. Gallen. Dort starben vier Enten und ein Schwan an der Krankheit. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren F\u00e4llen handelt es sich hier nicht um Zugv\u00f6gel, sondern um ortsans\u00e4ssige Tiere, was auf eine lokale Zirkulation des Virus hindeutet.<\/p>\n<p>Laut dem BLV wurden seit dem Herbst 2025 in verschiedenen Kantonen infizierte Wildv\u00f6gel gefunden, darunter in <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/it\/mietpreisanstieg-in-zuerich-die-schere-zwischen-stadt-und-kanton-oeffnet-sich-weiter\/\">Z\u00fcrich<\/a> und St. Gallen. Die Tests best\u00e4tigen den Subtyp H5N1, der f\u00fcr Gefl\u00fcgel hoch ansteckend und t\u00f6dlich sein kann. Bislang sind keine kommerziellen Gefl\u00fcgelbetriebe betroffen, doch die starke Pr\u00e4senz wandernder V\u00f6gel in der Schweiz erh\u00f6ht das Risiko einer \u00dcbertragung auf Hausgefl\u00fcgel.<\/p>\n<p>Die Schweizer Beh\u00f6rden \u00fcberwachen die Situation engmaschig. Das BLV ver\u00f6ffentlichte ein Radar-Bulletin im Oktober 2025, das eine Zunahme der F\u00e4lle in Europa vorhersagte. Aktuelle Daten vom 23. November 2025 zeigen, dass die Viruszirkulation in der Schweiz zunimmt, was zu den erweiterten Massnahmen f\u00fchrte.<\/p>\n<h2>Neue Pr\u00e4ventionsmassnahmen<\/h2>\n<p>Das BLV hat die Verordnung vom 6. November 2025 angepasst und weitet das Beobachtungsgebiet auf die gesamte Schweiz aus. Die neuen Regeln gelten bis zum 31. M\u00e4rz 2026 und sollen jeglichen Kontakt zwischen Wildv\u00f6geln und Hausgefl\u00fcgel verhindern. Dies ist eine Reaktion auf die europ\u00e4ische Lage und die lokalen F\u00e4lle.<\/p>\n<p>Die Massnahmen betreffen alle Gefl\u00fcgelhalter, einschliesslich Hobbyhalter. Sie m\u00fcssen strenge Biosicherheitsstandards einhalten, um eine Einschleppung des Virus in St\u00e4lle zu vermeiden. Die Verordnung tritt am 25. November 2025 um 12 Uhr in Kraft und wurde in Abstimmung mit den Kantonen erlassen.<\/p>\n<h3>Pflichten f\u00fcr Gefl\u00fcgelhalter<\/h3>\n<p>Gefl\u00fcgelhalter spielen eine Schl\u00fcsselrolle in der Pr\u00e4vention. Sie m\u00fcssen ihre Tiere t\u00e4glich beobachten und bei Symptomen wie Atembeschwerden, Schwellungen oder R\u00fcckgang der Legeleistung sofort einen Tierarzt kontaktieren. Alle Haltungen, auch kleine, m\u00fcssen bei den kantonalen Veterin\u00e4rbeh\u00f6rden registriert sein.<\/p>\n<ul>\n<li>Auslauf beschr\u00e4nken: Hausgefl\u00fcgel darf nur in vor Wildv\u00f6geln gesch\u00fctzten Bereichen freilaufen. Alternativ m\u00fcssen Futter- und Wasserstellen mit Netzen oder \u00dcberdachungen gesichert werden.<\/li>\n<li>Arten trennen: H\u00fchner, Enten, G\u00e4nse und Laufv\u00f6gel m\u00fcssen getrennt gehalten werden, um innerartliche \u00dcbertragungen zu vermeiden.<\/li>\n<li>Biosicherheit: Zutritt zu St\u00e4llen einschr\u00e4nken, spezielle Schuhe und Kleidung verwenden, H\u00e4nde waschen und desinfizieren. Hygieneschleusen sind empfohlen.<\/li>\n<li>Besuche minimieren: Unn\u00f6tige Besuche und Tiertransporte reduzieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr M\u00e4rkte, Ausstellungen und andere Gefl\u00fcgelveranstaltungen gelten Einschr\u00e4nkungen. Programme f\u00fcr tierfreundliche Haltung wie \u00abBesonders tierfreundliche Haltung\u00bb und \u00abRegelm\u00e4ssiger Auslauf im Freien\u00bb bleiben f\u00f6rderf\u00e4hig, solange die Regeln eingehalten werden. Die Kennzeichnung \u00abFreilandhaltung\u00bb darf weiter verwendet werden.<\/p>\n<h3>Anweisungen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung<\/h3>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeit wird aufgefordert, tote oder kranke Wildv\u00f6gel nicht zu ber\u00fchren. Solche Funde m\u00fcssen der Wildhut, Polizei oder dem kantonalen Veterin\u00e4rdienst gemeldet werden. Diese Meldungen erm\u00f6glichen eine schnelle Analyse und Anpassung der Massnahmen.<\/p>\n<p>Das BLV betont, dass Gefl\u00fcgelprodukte wie Fleisch und Eier sicher konsumiert werden k\u00f6nnen. Eine \u00dcbertragung auf Menschen ist extrem selten und tritt nur bei engem, ungesch\u00fctztem Kontakt mit infizierten V\u00f6geln auf. Bislang gab es weltweit nur Einzelf\u00e4lle.<\/p>\n<h2>Hintergr\u00fcnde zum Vogelgrippevirus<\/h2>\n<p>Die Vogelgrippe, auch Avi\u00e4re Influenza genannt, wird durch Influenzaviren vom Typ A verursacht, insbesondere Subtypen H5 und H7. Es gibt hochpathogene (HPAI) und niedrigpathogene Varianten. HPAI kann bei Gefl\u00fcgel zu hohen Sterberaten f\u00fchren und mutiert leicht.<\/p>\n<p>In der Schweiz ist die Krankheit meldepflichtig. Historisch gab es Ausbr\u00fcche in Europa, wie 2016\/2017 und 2021\/2022, die Millionen von Tieren betrafen. Der aktuelle Stamm H5N1 zirkuliert seit 2020 und hat sich auf Wildv\u00f6gel ausgebreitet, was die Ausbreitung erleichtert.<\/p>\n<p>Wildv\u00f6gel, besonders Wasserv\u00f6gel, sind nat\u00fcrliche Reservoire. Sie zeigen oft keine Symptome, k\u00f6nnen das Virus aber \u00fcber Kot, Speichel und Nasensekret verbreiten. Hausgefl\u00fcgel ist anf\u00e4lliger und stirbt h\u00e4ufig innerhalb weniger Tage.<\/p>\n<p>Symptome bei Gefl\u00fcgel umfassen pl\u00f6tzlichen Tod, Apathie, verminderte Futteraufnahme, Durchfall und neurologische St\u00f6rungen. Bei Wasserv\u00f6geln k\u00f6nnen Anzeichen subtiler sein, was die Fr\u00fcherkennung erschwert.<\/p>\n<h2>Situation in Europa<\/h2>\n<p>Europa erlebt derzeit eine starke Zirkulation des Virus. Laut dem Europ\u00e4ischen Zentrum f\u00fcr die Pr\u00e4vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden seit Herbst 2025 Tausende F\u00e4lle bei Wildv\u00f6geln und in Gefl\u00fcgelbetrieben gemeldet. Betroffene L\u00e4nder umfassen Frankreich, Deutschland, Italien und das Vereinigte K\u00f6nigreich.<\/p>\n<p>In Deutschland allein gab es bis November 2025 \u00fcber 100 Ausbr\u00fcche in kommerziellen Betrieben, was zu Keulungen von Millionen Tieren f\u00fchrte. Frankreich impft seit 2023 Gefl\u00fcgel prophylaktisch, was die Ausbr\u00fcche reduzierte, aber nicht eliminierte.<\/p>\n<p>Die Migration von Zugv\u00f6geln im Herbst verst\u00e4rkt die Ausbreitung. Experten warnen vor einer potenziellen Pandemie, falls das Virus mutiert und leichter auf Menschen \u00fcbertragbar wird. Bislang ist das Risiko niedrig, doch die Massentierhaltung birgt Gefahren.<\/p>\n<p>In der Schweiz spiegelt die Lage die europ\u00e4ische Entwicklung wider. Das BLV koordiniert mit EU-Beh\u00f6rden und teilt Daten, um grenz\u00fcberschreitende Risiken zu minimieren.<\/p>\n<h2>Risiken und Auswirkungen<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Schweizer Landwirtschaft bedeuten die Massnahmen zus\u00e4tzliche Kosten und Aufwand. Hobbyhalter k\u00f6nnten von den Regeln besonders betroffen sein, da sie oft keine professionellen Einrichtungen haben. Kommerzielle Betriebe profitieren von bestehenden Biosicherheitsstandards, m\u00fcssen aber Anpassungen vornehmen.<\/p>\n<p>Wirtschaftlich k\u00f6nnte eine Ausbreitung zu Exportbeschr\u00e4nkungen f\u00fchren, da die Schweiz Gefl\u00fcgelprodukte in die EU liefert. Bislang sind keine Betriebe infiziert, doch ein Ausbruch w\u00fcrde Keulungen und Quarant\u00e4nen erfordern.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Menschen besteht kein akutes Risiko. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet von rund 900 best\u00e4tigten menschlichen F\u00e4llen seit 2003, meist in Asien. In Europa gab es keine Todesf\u00e4lle. Dennoch r\u00e4t die WHO zu Vorsicht bei Umgang mit infizierten Tieren.<\/p>\n<p>Umweltfaktoren wie <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/it\/schweizer-stimmen-fuer-klimaneutralitaet\/\">Klimawandel<\/a> beeinflussen die Migration und damit die Viruszirkulation. Experten fordern langfristig nachhaltigere Tierhaltung, um Pandemierisiken zu senken.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Die Ausweitung der Pr\u00e4ventionsmassnahmen ist ein proaktiver Schritt, um die Schweizer Gefl\u00fcgelbest\u00e4nde zu sch\u00fctzen. Durch konsequente Umsetzung k\u00f6nnen Ausbr\u00fcche verhindert werden. Gefl\u00fcgelhalter und Bev\u00f6lkerung sind aufgerufen, wachsam zu bleiben. Die Situation unterstreicht die Notwendigkeit internationaler Kooperation gegen zoonotische Krankheiten.<\/p>\n<p class=\"n24-meta\">Ver\u00f6ffentlicht am 23.11.2025 \u00b7 &copy; 2025 <a href=\"https:\/\/nachhaltiger24.ch\/it\/nachhaltiger24-ch-die-quelle-fuer-umfassende-nachhaltigkeitsloesungen\/\">Nachhaltiger24.ch<\/a> \u2013 alle Rechte vorbehalten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vogelgrippe breitet sich in Europa und der Schweiz aus. Nach mehreren positiven Tests bei Wildv\u00f6geln hat das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen (BLV) schweizweite Pr\u00e4ventionsmassnahmen angeordnet. Diese treten am 25. November 2025 in Kraft und zielen darauf ab, Hausgefl\u00fcgel vor Infektionen zu sch\u00fctzen. 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