Vorsicht vor neuer Domain-Abzocke: Auch Nachhaltiger24.ch erhält fragwürdige Rechnung über CHF 94
Neue Masche zielt auf Webseitenbetreiber und KMU in der Schweiz
Bei Nachhaltiger24.ch ist in diesen Tagen eine E-Mail eingegangen, die auf den ersten Blick seriös wirkt. Darin wird zur Zahlung von CHF 94 aufgefordert, um einen angeblichen «Domain-Verlängerungsbenachrichtigungsdienst» für die Domain nachhaltiger24.ch zu verlängern.
Die Nachricht stammt von einer Firma namens «DRM Switzerland».
Doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich zahlreiche Warnsignale.
Worum geht es?
Die E-Mail vermittelt den Eindruck, dass Handlungsbedarf besteht, um die eigene Domain aktiv zu halten. Tatsächlich wird jedoch nicht die Domain selbst verlängert, sondern lediglich ein angeblicher Benachrichtigungs- oder Überwachungsdienst.
Viele Empfänger könnten dies mit der eigentlichen Domain-Verlängerung verwechseln.
Genau auf diese Verwechslung scheint die Masche abzuzielen.
Die wichtigsten Warnzeichen
1. Nicht der eigentliche Domain-Registrar
Domains werden normalerweise direkt beim Registrar oder Hosting-Anbieter verlängert. Wer beispielsweise seine Domain bei Infomaniak, Hostpoint, cyon oder einem anderen Anbieter registriert hat, erhält Rechnungen normalerweise ausschliesslich von diesem Anbieter.
Eine fremde Firma hat keinerlei Berechtigung, die Verlängerung Ihrer Domain einzufordern.
2. Vage Leistungsbeschreibung
In der E-Mail ist nicht von einer Domain-Verlängerung die Rede, sondern von einem «Domain-Verlängerungsbenachrichtigungsdienst».
Was genau diese Dienstleistung umfasst, bleibt unklar.
3. Künstlicher Zeitdruck
Der Empfänger soll möglichst schnell bezahlen, um eine angebliche Unterbrechung zu verhindern.
Zeitdruck ist ein klassisches Merkmal von Betrugs- und Täuschungsversuchen.
4. Überhöhter Preis
CHF 94 pro Jahr für eine reine Erinnerungsfunktion oder Monitoring-Dienstleistung stehen in keinem vernünftigen Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen.
Internationale Warnungen
Weltweit häufen sich derzeit Berichte über nahezu identische E-Mails.
Sicherheitsanbieter und Hosting-Unternehmen warnen vor angeblichen Domain-Verlängerungen, Monitoring-Services oder Renewal-Notifications, die von Firmen verschickt werden, welche gar nicht der tatsächliche Domain-Anbieter sind.
Mehrere Betroffene berichten, dass sie Rechnungen für Domains erhielten, die bereits bei anderen Registraren verwaltet werden.
Was sollten Betroffene tun?
- Nicht auf Links in der E-Mail klicken.
- Keine Zahlung leisten.
- Prüfen, bei welchem Anbieter die Domain tatsächlich registriert ist.
- Verlängerungen ausschliesslich über den eigenen Registrar vornehmen.
- Verdächtige E-Mails löschen oder als Phishing melden.
Fazit
Die E-Mail an Nachhaltiger24.ch zeigt erneut, wie professionell moderne Domain-Abzocken inzwischen gestaltet sind.
Die verwendeten Firmennamen, Rechnungen und Webseiten wirken seriös und können insbesondere kleinere Unternehmen, Vereine oder Einzelunternehmer leicht täuschen.
Wer eine Rechnung für Domain-Dienstleistungen erhält, sollte immer zuerst prüfen, ob der Absender überhaupt der eigene Domain-Registrar ist.
Im Zweifel gilt:
Nicht bezahlen – zuerst beim tatsächlichen Anbieter nachfragen.
Bleiben Sie wachsam.
Denn Cyberkriminelle setzen längst nicht mehr nur auf offensichtliche Phishing-Mails, sondern zunehmend auf professionell gestaltete Geschäftsangebote, die seriös wirken sollen.

