300% Erhöhung der Parkgebühren in Paris für SUV

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300% Erhöhung der Parkgebühren in Paris für SUV

300% Erhöhung der Parkgebühren in Paris für SUV

Paris erhöht drastisch die Parkgebühren für SUVs von Besuchern

Die Pariser Stadtverwaltung hat einen mutigen Schritt in Richtung Verkehrswende unternommen, indem sie beschlossen hat, die Parkgebühren für SUVs von Besuchern drastisch zu erhöhen. Diese Entscheidung hat auch in Deutschland Aufmerksamkeit erregt, insbesondere bei Befürwortern einer nachhaltigeren Verkehrspolitik.

Die Entscheidung wurde nach einer Bürgerbefragung am vergangenen Sonntag getroffen, bei der sich eine Mehrheit für die Verdreifachung der Parkgebühren für schwere Stadtgeländewagen aussprach. Ab dem 1. September sollen Besucher in Paris 18 Euro statt der bisherigen 6 Euro für einstündiges Parken in der Innenstadt und 12 Euro statt 4 Euro in den Aussenbezirken zahlen. Für sechs Stunden Parken in der Innenstadt werden sogar 225 Euro statt bisher 75 Euro fällig.

In Deutschland schauen viele mit Interesse auf die Pariser Pläne. Der Oberbürgermeister von Hannover, Belit Onay (Grüne), unterstützt die Idee, das Parken für SUVs teurer zu gestalten. Er argumentiert, dass die Pariser Bürgerbefragung verdeutlicht, dass die Diskussion über den begrenzten öffentlichen Raum und eine angemessene Parkgebühr geführt werden muss. Diese Herausforderung betrifft alle grossen europäischen Städte.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat ebenfalls nach Pariser Vorbild deutsche Städte aufgefordert, höhere Parkgebühren für immer grösser werdende Stadtgeländewagen festzulegen. Die DUH argumentiert, dass diese grossen SUVs Gehwege und Grünflächen blockieren und Fussgänger sowie Radfahrer gefährden.

Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) sieht höhere Parkgebühren jedoch nicht als geeignete Lösung an. Ihr Einwand besteht darin, dass auch andere Fahrzeugtypen von dieser Regelung betroffen wären, selbst wenn sie nicht klassische SUVs sind.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund äusserte sich ebenfalls skeptisch gegenüber einer Staffelung der Parkgebühren nach Fahrzeuggrösse. Sie argumentieren, dass dies in der Praxis schwer umzusetzen sei und dass rechtswidrige Ungleichbehandlung vermieden werden müsse.

Bei der Bürgerbefragung in Paris beteiligten sich nur rund sechs Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner, was die Repräsentativität des Ergebnisses in Frage stellt. Die Stadtverwaltung verteidigt jedoch die Entscheidung und sieht sie als einen wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltigeren Verkehrspolitik. Bürgermeisterin Anne Hidalgo betont, dass schwere SUVs aufgrund ihrer Umweltauswirkungen, des hohen Raumbedarfs und der Sicherheitsprobleme aus den Strassen verdrängt werden sollten.

Die neuen Parkgebühren gelten nur für Besucher, während Anwohner, Handwerker und Pflegedienste ausgenommen sind. Die Tarife gelten für Verbrenner- und Hybridmodelle ab 1,6 Tonnen Gewicht sowie Elektromodelle ab 2 Tonnen Gewicht. Private Parkhäuser sind von dieser Regelung ausgenommen.

Die genaue Umsetzung und Überwachung der neuen Parkgebühren in Paris ist noch nicht erklärt worden. Es wird angenommen, dass sie auf dem Kennzeichen der Fahrzeuge basieren wird, die von Videokontrollwagen erfasst werden. Wie dies mit ausländischen Kennzeichen gehandhabt wird, bleibt jedoch eine offene Frage.

Rupert Spoddig
Rupert Spoddig
Rupert Spoddig schreibt bei Nachhaltiger24 über gebäudetechnik & effizienz – mit Fokus auf praxisnahe Tipps, fundierte Quellen und Schweizer Rahmenbedingungen.

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